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Entstehung?

Im Allgemeinen ist die Ursache der skoliotischen Verbiegung unbekannt (idiopathische Skoliose). Man vermutet, dass ein ungleichmäßiges Wachstum der Rückenmuskulatur und der Wirbelkörper die Ursache ist – die eine Seite wächst schneller, die andere langsamer, was die Verdrehung der Wirbelkörper erklären würde.

Bei den idiopathischen Skoliosen sind Mädchen häufiger betroffen, die Skoliose tritt am häufigsten kurz vor und in der Pubertät auf.

Ausgehend vom Zeitpunkt der Entstehung wird die idiopathische Skoliose unterteilt in:

Säuglingsskoliose: Die Säuglingsskoliose ist entweder angeboren oder im ersten Lebensjahr erworben. Sie bildet   sich in 80 Prozent der Fälle von selbst zurück.
Infantile Skoliose: Die infantile Skoliose tritt im zweiten und dritten Lebensjahr vermehrt bei Jungen auf und hat   häufig einen ungünstigen Verlauf.
Juvenile Skoliose: Juvenile Skoliosen treten zwischen dem vierten Lebensjahr und der Pubertät auf. Ihre   Prognose verbessert sich mit dem zunehmenden Alter der Kinder.
Adoleszentenskoliose: Liegt der Beginn der Skoliose in der Pubertät, so spricht man von der   Adoleszentenskoliose. Die Prognose ist hier günstig.

Neben der idiopathischen Skoliose gibt es seltenere Formen, die auf Erkrankungen zurückzuführen sind. Sie machen etwa zehn Prozent des Krankheitsbilds aus und lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen:

Osteopathische Skoliosen: Als osteopathische Skoliosen bezeichnet man angeborene Skelettfehlbildungen der   Wirbelsäule.
Myopathische Skoliosen: Myopathische Skoliosen beruhen auf primären Muskelerkrankungen, wie zum Beispiel   der progressiven Muskeldystrophie oder angeborenen Muskeldefekten. Zusätzlich können Narbenskoliosen oder das   so genannte Pleuraempyem (Eiteransammlung im Oberkörperraum) in diese Gruppe eingeordnet werden.
Neuropathische Skoliosen: Neuropathische Skoliosen treten in Folge schlaffer Lähmungen oder   Systemerkrankungen (zum Beispiel Neurofibromatose) auf.

Die Mehrzahl der (vor allem idiopathischen) Skoliosen wird im Alter von zehn bis zwölf Jahren entdeckt. Kinder mit einer Skoliose haben meist keine Schmerzen und gehen häufig wegen der von den Eltern entdeckten Fehlstellungen zum Arzt. Bei einer Skoliose treten Beschwerden meist nicht vor Mitte bis Ende des dritten Lebensjahrzehnts auf. Sie werden dann vor allem nach längerem Sitzen oder Stehen beschrieben und unterhalb der Verkrümmung lokalisiert.

Die dauerhafte Fehlstellung der Wirbelsäule führt zu deren verstärkter Abnutzung (Degeneration), sodass die Beschwerden, wie Schmerzen und Verspannungen mit der Zeit zunehmen. Darüber hinaus treten bei der unbehandelten Skoliose durch die anhaltende Verkürzung des Rumpfs im höheren Lebensalter Komplikationen, wie eine Minderung der Leistung von Herz und Lunge, auf.