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Skoliose-OP |
Operation
Die OP-Indikation liegt im BWS-Bereich bei 50° und im LWS bei 40° nach COBB. Das heißt aber nicht, dass schon unbedingt operiert werden muss. Hat der Patient keine Schmerzen und kommt er mit seinem Erscheinungsbild gut klar, kann man auch mit hochgradigen Skoliosen gut leben. Skoliosen über 70° können zu einer deutlichen Beeinträchtigung der allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit führen mit eingeschränkter Herz-/Kreislauffunktion.
Die OP ist eine Entscheidung fürs Leben und sollte immer der letzte Weg sein!
Bei kosmetisch störendem Rippenbuckel oder Lendenwulst und sehr ausgeprägter Skoliose oder einer sehr schnellen Zunahme der Verbiegung während des Wachstums kann eine Operation jedoch sinnvoll sein.
Bei der Operation wird die Skoliose korrigiert und die Wirbelsäule in ihrer neuen Form stabilisiert. Dazu ist es notwendig, bestimmte Wirbelsäulensegmente zu versteifen (Spondylodese), um künftig eine volle Belastbarkeit zu ermöglichen. Die mit einer solchen Versteifung einhergehende verminderte Beweglichkeit wird von den Betroffenen meist als wenig einschränkend empfunden, kann aber im fortgeschrittenen Lebensalter vermehrt Probleme machen. Die Erfolgsaussichten der Operation sind in der Regel bei anschließender Rehabilitierung in Form von krankengymnastischen und physiotherapeutischen Maßnahmen gut.
Man sollte allerdings die Schwere der Operation nicht unterschätzen. Auch wenn das Risiko einer Querschnittslähmung bei unter 1% liegt ist und bleibt die OP gefährlich und sollte immer nur der letzte Weg sein!
Risiken der OP
Welche Risiken muss man abwägen?
Die Skoliose-Operationen gehören zu den großen Eingriffen. Je stärker die Verkrümmung der Wirbelsäule ist, desto schwieriger und risikoreicher ist die Operation. Es können Zwischenfälle auftreten, die eventuell weitere Eingriffe notwendig machen.
Die Gefahr einer Querschnittslähmung liegt unter 1% (was aber nicht heißt, dass es nicht passieren kann), aber es kommen häufig kleinere, bleibende Schäden vor, die man auch unbedingt in Kauf nehmen solltest. Häufig gibt es bleibende taube bzw. gefühlsgestörte Stellen am Oberkörper. Bei Frauen betrifft das sogar manchmal die Brust. Es können Nerven, die die Beine betreffen, verletzt oder gequetscht werden und da zu Störungen führen (und wenn es nur ist, dass der eine Fuß trockener und verhornter ist, als der andere). Um das Risiko neurologischer Komplikationen zu verhindern werden intraoperativ Rückenmarksfunktionstests durchgeführt (Aufwachtest).
Durch die Verlagerung der Thoraxorgane -Lunge und Herz- können Komplikationen entstehen, die nicht voraussehbar sind.
Einige haben starke Wetterfühligkeit im Bereich der Narben, was zu Schmerzen führen kann. Es kann im Laufe der Zeit zu vorzeitigen Verschleißerscheinungen an den Übergangsstellen kommen und eine weitere OP notwendig machen. Deshalb ist es wichtig, dass man auch dauerhaft nach der OP diese Bereiche durch Muskelkraft schützt. Die OP ist keine kleine, schnelle Angelegenheit. Und es ist nicht gesagt, dass danach die Welt rückentechnisch bis ans Ende deiner Tage in Ordnung ist!
Ferner sollte man bedenken, dass auch die Vollnarkose nicht ungefährlich ist.
Lungenkomplikationen können auch in Form von Lungenentzündungen auftreten.
Des Weiteren können auch postoperative Komplikationen auftreten, angefangen von vorübergehender Übelkeit (Unverträglichkeit von Medikamenten) und Kreislaufproblemen bis hin zum Pleuraerguss, Verklebungen, Hautproblemen, Verdauungs- oder Blasenproblemen etc....
Bei längerer Bettruhe besteht grundsätzlich das Risiko einer Venenentzündung in den Beinen mit der Gefahr einer Thrombose und Lungenembolie. Im Allgemeinen wird ab dem 15. Lebensjahr (Beginn der Pubertät) eine Thromboseprophylaxe mit blutgerinnungshemmenden Mitteln (Heparin) durchgeführt.
Wie wird das Leben "danach"? Es kann einem keiner sagen, wie es nach der OP sein wird. Das Erscheinungsbild wird sicher um einiges besser aussehen. Aber wenn man vor der OP kaum Schmerzen hatte, so kann es sein, dass man nach der OP Schmerzen behält.
Gerade in den ersten Wochen (Monaten) nach der OP kann es verstärkt zu Stimmungsschwankungen kommen. Man ist dann sehr empfindlich, leicht reizbar und "nah am Wasser gebaut".
Es kann auch niemand sagen, wie lange die Genesung und Heilung braucht. Es kann sein, dass man relativ schnell wieder fit ist, genauso gut kann es mehrere Monate dauern oder in Einzelfällen sogar noch länger.
Mitunter kann die Korrektur der Wirbelsäule wieder verloren gehen, weil die Versteifungsstrecke nicht ausreichend verknöchert (Pseudoarthrose), weil Metallimplantate ausreißen oder brechen. Dann kann eine erneute Operation erforderlich sein.
Und wenn man meint, dass man nach der OP die Skoliose vergessen kann, so stimmt das nicht. Einmal Skoliose, immer Skoliose. Die Skoliose bleibt und KG und Sport sind genauso wichtig wie vor der OP.
Sei Dir der Risiken bewusst und wäge gut ab, ob eine OP für Dich der richtige Weg ist!
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